Unsere Familie ist seit dem 2. Weltkrieg, als man vor den Bombenanschlägen der Deutschen und Alliierten auf die schöne Stadt Verona aufs Land floh, in San Mattia ansässig.
Zu jener Zeit waren die Ländereien des landwirtschaftlichen Betriebs Ederle sehr umfangreich und reichten vom Fuße der Hügel bis hin zum Kamm, wo wir uns heute befinden. Der Abwechslungsreichtum der Grundstücke, die unterschiedliche Beschaffenheit der Böden, die natürlichen Wasserquellen und die unabdingbare Hilfe fleißiger Arbeiter versicherten eine vielschichtige Produktion, die nicht nur den Unterhalt der Pächter, sondern auch den Vertrieb am Markt auf der Piazza Erbe ermöglichte.
An der Anhöhe des Hügels, direkt am Kamm, lagen die Valpolicella-Weinberge, deren Trauben in der in den gelben Felsen gebauten Kellerei zu Wein verwandelt oder mit äußerster Sorgfalt in den Dachböden des Familienhauses bis zum Januar zum Trocknen aufgelegt wurden, um dann einen Recioto zu erzeugen, der - wenn die Erinnerung unserer älteren Familienmitglieder nicht täuscht - wirklich vorzüglich war.
An den steilen Hängen sind die Obstgärten und Olivenhaine angelegt. Die ältesten Bäume unseres Besitzes sind weit älter als sich unsere Familie zurückerinnern kann; außerdem wurden hier auch Blumenkohl, Rosmarin und Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht angebaut.
|